Montag, 14. Oktober 2019
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Heimatsagen

Das Oberbernriether Wetterhorn

Die Oberbernriether sollen ein Wetterhorn (eine Muschel in der Größe eines Kindskopfes) besitzen, das vor mehreren hundert Jahren von einem Pilger aus fernen Landen mitgebracht wurde. Es war hochgeweiht und war in ein weißes Tuch eingeschlagen. Es wurde hochverehrt und durfte nie von Frauenhänden berührt werden. Große Anstrengung kostet es, darauf zu blasen, und es zittert der Erdboden davon. Ein heranziehendes Gewitter aber wendet sich rechts oder links und verschont den Ort, wenn das Hörn geblasen wird. Die Waldthurner behaupteten, das Wetter werde dadurch zu ihnen ins Tal herabgeblasen und zogen aus, den Bernriethern das verhängnisvolle Hörn zu nehmen. Die aber sind so schlau und verwahren das Wetterhorn nicht immer im gleichen Hause. Sie lassen es vielmehr in der Gemeinde herumgehen, und so weiß niemand, wo der kostbare Schatz verborgen liegt, (nach Schönwerth)

Das Weib im Monde

In Oberbernrieth lebte vor alter Zeit ein böses, unverträgliches Weib. Eine Nachbarin wünschte sie in den Mond und sogleich entführte sie eine Windsbraut dorthin. Sie flicht an einem großen Korb. Daneben sitzt ein riesiger Hund und lauert, bis der Korb fertig wird. Dann springt er „doar" und reißt den Korb wieder zusammen. So entsteht eine Mondfinsternis. Doch darf der Hund den Korb nicht ganz zerreißen, sonst geht die Welt unter, (nach Schönwerth).

Das Windgspral

Eine Oberbernriether Bäuerin hielt ihre Tochter zum Spinnen an, ließ sie aber nie zum Tanze gehen. Als aber die Alte einmal nicht zu Hause war, ging das Mägdlein gleichwohl zum Tanze. Die Mutter suchte es und fand die unfolgsame Tochter im Wirtshause. Im ersten Zorn verwünschte sie sie in den Mond hinein. Sogleich kam ein Windgspral und riss sie in Blitzesschnelle hinauf, wo sie von nun an für immer spinnen muss. Ihr Gespinnst sind die Herbstfäden, und wenn sie fliegen, sprechen die Menschen vom Altweibersommer und sagen: „Die Spinnerin arnd." (nach Schönwerth)

Der feurige Mann

Ein Knabe aus Oberbernrieth fuhr aus der Mühle heim und sah einen feurigen Mann. In großer Furcht darüber setzte er sich auf das Mühlgitter und betete. Die Ochsen aber zogen ihren Trott fort. Je mehr aber der Knabe betete, desto näher kam der Geist. Zuletzt hockte er sich sogar noch auf das Mühlgitter. Da schrie der Junge: „Ui Teufel, wie heiß!"- „Hättest du nur noch ein Vaterunser gebetet, so wäre ich erlöst gewesen", jammerte das geisterhafte Wesen und verschwand, (nach Schönwerth)

Der Geisterreiter auf dem Fahrenberg

Ein Amtmann von Waldthurn war zugleich Pfleger auf dem Fahrenberg. Nach seinem Tode fand sich kein Kreuzer Kirchengeld vor. Zur Strafe für seine Unredlichkeit, musste er zu heiligen Zeiten auf dem Fahrenberge umgehen. Er ritt auf einem kohlschwarzen Rappen und hatte ein feuerrotes Käppchen auf dem Kopfe. Alle Leute, besonders der Mesner, fürchteten sich vor dem bösen Geist. Der damalige Pfarrer von Waldthurn gab deshalb seinem Fahrenberger Kirchendiener eine geweihte Pistole. Als nun der unruhige Geist wieder einmal sein Unwesen trieb, steckte der Mesner Kopf und bewaffneten Arm zum Fenster heraus, wurde aber augenblicklich von dem heranbrausenden Ungestüme mit glühenden Fingernägeln über den Kahlkopf gekratzt. Darüber ging aber die Feuerwaffe los und muss den Geist wohl getroffen haben, denn seitdem war Ruhe, (nach Schönwerth)

Die erlöste Kröte auf dem Fahrenberg

In die Wallfahrtskirche auf dem Fahrenberg kam einmal eine Kröte. Obwohl der Mesner sie öfters hinauswarf, kam sie immer wieder herein. Ohne zu rasten, kroch sie schnurgerade dem Presbyterium zu, kletterte die Staffel des Speisgitters hinauf und blieb dann am Fuße des Altares sitzen. Als der Priester bei der Wandlung den Kelch zeigte, war die Kröte mit einem Male verschwunden. Diese Kröte war eine „arme Seele", die im Leben eine Wallfahrt versprochen, dieselbe aber unterlassen hatte. So musste sie als Kröte, Gott weiß wie weit her auf den Fahrenberg kriechen, um das Gelübde zu erfüllen. Bei der Wandlung wurde sie aus der Krötengestalt erlöst, die deshalb in diesem Augenblick in nichts zerging.

Woher Mangelsdorf seinen Namen hat

Unser lieber Herr ging einst mit dem hl. Petrus auf die Wanderschaft. Von Waidhaus her kamen sie in die Brunst. Dem Herrn gefiel es gar nicht, dass es hier so oft brannte, und er befahl dem Petrus, alles in seinen Brotsack zu stecken und ihm bis dahin zu folgen, wo er das Dorf neu aufstellen wollte. Der Weg führte über den Dimpfl, wo damals noch kein Haus stand. Nun hatte der oft gebrauchte Sack aber Löcher, und so fiel dem Petrus auf dem Weg durch den Dimpfl ein Haus um das andere durch. Und als sie zu der Stelle kamen, wo jetzt Mangelsdorf liegt, sollte Petrus seinen Sack abtun: Da machte er große Augen, als alle Häuser verloren waren bis auf zwei Gebäude, die im Zipfel steckten. Die anderen lagen zerstreut auf dem Weg über den Dimpfl. Davon hat Mangelsdorf seinen Namen, weil es dem hl. Petrus an Häusern mangelte.

Das Wetterläuten zu Neuenhammer

Zu Neuenhammer läutete man früher bei herannahenden Gewittern ein geweihtes Hausglöcklein. So oft daher ein Gewitter aufzog, liefen die Bauern von den Bergen herab und mahnten, wenn es übersehen wurde, das Glöcklein zu läuten und das Wetter zu zerstreuen. Eine Wetterhexe aus der Gegend, die zuletzt verbrannt wurde, rief einem Bauern, der sie in der Feuersqual verhöhnte, zu: „Wäre nur das kleine Bummerl (Glöcklein) auf dem Turm zu Neuenhammer nicht gewesen, ich hätte wohl dafür gesorgt, dass dir nichts übrig geblieben wäre!"

Der Fluch des Holzfräuleins

 

Ein Holzfräulein saß einst auf einem Stock und ließ etwas zurück, als Menschen herankamen. Einer nahm dieses mit. Das Fräulein bat sehr, man möge es doch nicht berauben. Und als es nichts half, drohte es dem Räuber, er sollte nie mehr Husten und Sträuchen (= Schnupfen) haben. Das war dem Mann sehr recht, denn er litt immer daran. Doch bald wurde er todkrank. Da ließ er dem Holzweiblein seine Sachen zurückstellen; die Krankheit und damit die Gefahr wich, und Husten und Sträuchen stellten sich wieder ein.

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Kontakt

Freiwillige Feuerwehr Bernrieth e. V.

Unterfahrenberg 4

92727 Waldthurn

Telefon: +49 (0) 9654 / 1442

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